Backup richtig planen
„Wir haben doch ein Backup.“
Dieser Satz fällt in Unternehmen häufig, wenn es um IT-Sicherheit geht. Und grundsätzlich ist eine Datensicherung natürlich unverzichtbar.
Doch die entscheidende Frage lautet nicht, ob ein Backup vorhanden ist.
Die entscheidende Frage lautet:
Funktioniert es auch dann, wenn es wirklich gebraucht wird?
Denn eine Datensicherung, die im Ernstfall nicht verfügbar oder nicht wiederherstellbar ist, vermittelt lediglich ein Gefühl von Sicherheit.
Warum Backup richtig planen heute besonders wichtig ist
Daten gehören zu den wichtigsten Ressourcen eines Unternehmens.
Kundendaten, Dokumente, Kalkulationen, E-Mails, Warenwirtschaft, Buchhaltung oder Produktionsdaten können innerhalb weniger Sekunden unbrauchbar werden.
Die Ursachen dafür müssen nicht einmal spektakulär sein.
Ein versehentlich gelöschter Ordner kann genauso problematisch sein wie:
- ein defekter Datenträger
- ein Serverausfall
- eine fehlerhafte Software
- ein Bedienfehler
- ein beschädigtes Dateisystem
- ein Cyberangriff
- Ransomware
Ein Backup ist deshalb nicht nur eine Maßnahme gegen Hackerangriffe.
Es ist eine grundlegende Absicherung des Unternehmensbetriebs.
Eine Kopie ist noch kein Backup-Konzept
Manchmal besteht die Datensicherung lediglich darin, Dateien auf eine zweite Festplatte oder ein NAS zu kopieren.
Das ist besser als gar keine Sicherung – kann aber schnell problematisch werden.
Ist das Backup dauerhaft mit dem gleichen Netzwerk verbunden, kann möglicherweise auch ein Angreifer darauf zugreifen.
Verschlüsselt Ransomware alle erreichbaren Netzlaufwerke, kann unter Umständen auch die vermeintliche Datensicherung betroffen sein.
Ein Backup sollte deshalb nicht nur vorhanden sein.
Es sollte bewusst vom produktiven System getrennt und gegen Manipulation geschützt werden.
Die bekannte 3-2-1-Regel
Ein häufig verwendeter Grundsatz für Datensicherungen ist die sogenannte 3-2-1-Regel.
Dabei werden idealerweise:
- drei Kopien der Daten vorgehalten,
- zwei unterschiedliche Speichermedien verwendet,
- und mindestens eine Kopie außerhalb der eigentlichen Infrastruktur gespeichert.
Die Idee dahinter ist einfach.
Wenn eine Sicherung ausfällt oder zerstört wird, steht noch eine weitere Kopie zur Verfügung.
In modernen Backup-Konzepten wird dieser Ansatz häufig noch erweitert – beispielsweise durch unveränderbare Sicherungen oder eine zusätzliche Überprüfung der Backup-Daten.
Was bedeutet „immutable“?
Ein Begriff, der im Zusammenhang mit Backups immer häufiger auftaucht, ist Immutable Backup.
Immutable bedeutet vereinfacht gesagt:
Eine Sicherung kann innerhalb eines definierten Zeitraums nicht einfach verändert oder gelöscht werden.
Das ist besonders bei Ransomware-Angriffen interessant.
Denn Angreifer versuchen zunehmend, nicht nur produktive Daten zu verschlüsseln, sondern auch vorhandene Sicherungen zu zerstören.
Wenn bestimmte Backup-Daten technisch vor Veränderungen geschützt sind, steigt die Wahrscheinlichkeit deutlich, nach einem Angriff noch über eine brauchbare Wiederherstellungsbasis zu verfügen.
Backup von Servern ist mehr als Dateikopieren
Bei einem Server reicht es häufig nicht aus, lediglich einige Verzeichnisse zu kopieren.
Auf einem Server laufen möglicherweise:
- virtuelle Maschinen
- Datenbanken
- Anwendungen
- Active Directory
- Dateiablagen
- ERP-Systeme
- SQL-Server
- weitere Dienste
Eine professionelle Backup-Lösung sollte deshalb berücksichtigen, wie diese Systeme später wiederhergestellt werden müssen.
Je nach Umgebung kann es sinnvoll sein, komplette virtuelle Maschinen zu sichern oder anwendungskonsistente Sicherungen zu erstellen.
Lösungen wie Veeam Backup & Replication ermöglichen beispielsweise eine zentrale Sicherung virtueller und physischer Systeme und bieten unterschiedliche Wiederherstellungsmöglichkeiten.
Microsoft 365 ersetzt kein Backup-Konzept
Ein häufiger Irrtum besteht darin, Cloud-Dienste automatisch mit einer vollständigen Datensicherung gleichzusetzen.
Microsoft 365 stellt eine hochverfügbare Plattform zur Verfügung.
Das bedeutet jedoch nicht automatisch, dass jede versehentlich gelöschte, manipulierte oder dauerhaft entfernte Information jederzeit beliebig wiederhergestellt werden kann.
Auch für Microsoft 365 sollte deshalb geprüft werden, welche Daten besonders wichtig sind und wie diese zusätzlich gesichert werden sollen.
Dazu gehören beispielsweise:
- Exchange Online
- OneDrive
- SharePoint
- Microsoft Teams
Die Verantwortung für den Schutz der eigenen Unternehmensdaten endet nicht dadurch, dass diese in einer Cloud gespeichert werden.
Ein Backup muss überwacht werden
Eine Sicherung sollte nicht nur eingerichtet und anschließend vergessen werden.
Backup-Jobs können fehlschlagen.
Speicher kann voll sein.
Zugangsdaten können sich ändern.
Ein Repository kann nicht mehr erreichbar sein.
Oder einzelne Systeme werden möglicherweise überhaupt nicht mehr korrekt gesichert.
Deshalb sollten Sicherungen regelmäßig kontrolliert werden.
Eine Fehlermeldung vom Montag, die erst drei Wochen später bemerkt wird, hilft im Ernstfall wenig.
Der Restore ist wichtiger als das Backup
Der wichtigste Bestandteil eines Backup-Konzeptes wird erstaunlich häufig vernachlässigt:
die Wiederherstellung.
Ein Backup ist erst dann wirklich wertvoll, wenn daraus Daten zuverlässig zurückgespielt werden können.
Deshalb sollten Restore-Tests regelmäßig durchgeführt werden.
Dabei kann geprüft werden:
Sind die Sicherungen tatsächlich lesbar?
Können einzelne Dateien wiederhergestellt werden?
Lässt sich ein kompletter Server zurückholen?
Wie lange dauert die Wiederherstellung?
Welche Systeme müssen im Ernstfall zuerst verfügbar sein?
Gerade der letzte Punkt ist wichtig.
Nicht jedes System eines Unternehmens hat die gleiche Priorität.
Wie lange darf ein Unternehmen ausfallen?
Beim Backup sollte deshalb auch darüber gesprochen werden, wie schnell Systeme wieder verfügbar sein müssen.
Ein Archivserver kann möglicherweise einige Stunden oder sogar einen Tag ausfallen.
Bei einem zentralen ERP-System sieht das eventuell völlig anders aus.
Daraus ergeben sich unterschiedliche Anforderungen an die Sicherung.
Ein Backup-Konzept sollte deshalb nicht nur beantworten:
„Was sichern wir?“
Sondern auch:
„Wie schnell müssen wir es wiederherstellen können?“
Unser Fazit
Ein Backup ist einer der wichtigsten Bestandteile einer zuverlässigen IT-Infrastruktur.
Doch eine Datensicherung alleine reicht nicht.
Sie muss geschützt, überwacht und regelmäßig getestet werden.
Besonders wichtig ist dabei die Trennung zwischen produktiver Infrastruktur und Sicherung.
Denn im Ernstfall zählt nicht, wie viele erfolgreiche Backup-Meldungen in einem Protokoll stehen.
Es zählt nur eine Frage:
Bekommen wir unsere Daten und Systeme wieder zurück?
Genau darauf sollte ein gutes Backup-Konzept ausgelegt sein.
Backup ist nicht gleich Backup
warum eine Datensicherung allein nicht genügt
Ratgeber: Backup für Unternehmen richtig planen
Eine Datensicherung sollte mehr können, als nur regelmäßig einen grünen Haken anzuzeigen. Entscheidend ist, ob sich Daten und Systeme im Ernstfall tatsächlich wiederherstellen lassen.
Was sollte gesichert werden?
Zur Sicherung gehören nicht nur Dateien. Je nach Umgebung müssen auch Server, Datenbanken, Warenwirtschaft, Microsoft 365, Konfigurationen und andere zentrale Systeme berücksichtigt werden.
Dabei sollte klar sein, welche Systeme im Notfall zuerst wieder verfügbar sein müssen.
Sicherungen trennen
Ein Backup auf einem Speichergerät direkt neben dem Server ist besser als keine Sicherung, reicht allein aber oft nicht aus.
Sinnvoll ist eine zusätzliche Kopie außerhalb der produktiven Umgebung. Backup-Systeme sollten zudem möglichst getrennte Zugänge verwenden, damit ein Angriff auf das Firmennetz nicht automatisch auch die Sicherungen betrifft.
Sicherungsintervalle festlegen
Wie häufig gesichert werden sollte, hängt davon ab, wie viel Datenverlust akzeptabel ist.
Wer nur einmal täglich sichert, kann im ungünstigsten Fall einen kompletten Arbeitstag verlieren. Bei Warenwirtschaft, Datenbanken oder anderen häufig veränderten Daten können kürzere Intervalle notwendig sein.
Backup überwachen
Sicherungsjobs können fehlschlagen, ohne dass es sofort auffällt.
Typische Ursachen sind volle Speicher, geänderte Zugangsdaten, nicht erreichbare Systeme oder neu hinzugekommene Server, die noch gar nicht gesichert werden.
Deshalb sollten Backup-Jobs regelmäßig kontrolliert werden.
Wiederherstellung testen
Ein erfolgreiches Backup bedeutet noch nicht automatisch, dass ein Restore funktioniert.
Regelmäßige Tests sollten deshalb dazugehören. Das kann eine einzelne Datei, ein kompletter Ordner oder auch eine virtuelle Maschine sein.
Dabei lässt sich gleichzeitig feststellen, wie lange eine Wiederherstellung tatsächlich dauert.
Kurzer Backup-Check
☐ Welche Systeme und Daten werden gesichert?
☐ Wie häufig läuft die Sicherung?
☐ Gibt es eine getrennte oder externe Backup-Kopie?
☐ Werden fehlgeschlagene Jobs kontrolliert?
☐ Wann wurde zuletzt eine Wiederherstellung getestet?
☐ Ist bekannt, welches System im Notfall zuerst benötigt wird?
Wer mehrere dieser Fragen nicht beantworten kann, sollte die vorhandene Backup-Lösung genauer prüfen.
Ein Backup ist erst dann wirklich hilfreich, wenn die Daten geschützt sind und sich im Ernstfall zuverlässig wiederherstellen lassen.